Interview mit Andreas Kiep, Sales Director bei WD

13. November 2012

Obwohl Western Digital vor allem als Harddisk-Hersteller bekannt ist, gehört das US-Unternehmen auch in der stark wachsenden Sparte industrieller Flash-Speicher zu den Marktführern. Mit der Silicon Drive Serie bietet WD (Western Digital) vielfach erprobte Lösungen, die exakt auf die Bedürfnisse der Industrie abgestimmt sind und die hohe Anforderungen in Sachen Widerstandsfähigkeit und Langlebigkeit erfüllen. Zusammen mit dem lokalen Vertriebspartner Syslogic will der Branchenriese in den nächsten Monaten seine Marktposition in der Schweiz weiter stärken. Wir haben mit Andreas Kiep, Sales Director Europe bei WD, über den Expansionskurs von WD in der Industriesparte gesprochen.

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Syslogic News: Was unterscheidet WD von anderen Herstellern industrieller Flash-Speicher?

Andreas Kiep: WD kann wie wohl kein anderer Hersteller ein Gesamtpaket bieten, das nicht nur qualitativ hochwertige Produkte sondern auch umfassende Beratungs- und Supportleistungen beinhaltet. Die Qualität unserer Produkte garantieren wir einerseits durch ausgeklügelte Testverfahren und andererseits durch eine akribische Prozessüberwachung. So sind wir beispielsweise bereits bei der Herstellung der NAND-Zellen in den Produktionsprozess integriert – dies weil wir mit den grossen Herstellern seit Jahren eng zusammenarbeiten und ein sehr partnerschaftliches Verhältnis pflegen. Zudem betreiben wir ein weltweit einzigartiges Testlabor, in dem sämtliche Produkte auf Herz und Nieren geprüft werden. Dadurch verhindern wir erfolgreich Feldausfälle. Eine weitere Stärke von WD ist die hohe Flexibilität und die für ein Unternehmen dieser Grösse einzigartige Kundennähe. Benötigt ein Kunde spezifische Anpassungen, sind wir dank unserem profunden Know-how in der Lage, diese schnell und effizient umzusetzen. So entwickeln wir beispielsweise unsere Firmware selbst und können diese je nach Anforderung auch individuell anpassen. 

SN: Wie verhindert WD Feldausfälle seiner Produkte?

AK: WD achtet wie kaum ein anderes Unternehmen darauf, seine Produkte erst dann am Markt einzuführen, wenn sie zu 100% qualifiziert sind. Um das zu garantieren, werden sämtliche Produkte im unternehmenseigenen FIT-Labor geprüft, welches über rund 90.000 Hardware-Komponenten wie PC’s, Industrierechner oder Server verfügt. Unsere nichtflüchtigen Speicherlösungen werden mit sämtlichen kompatiblen Soft- und Hardware-Varianten geprüft. Alle Testergebnisse werden archiviert und können jederzeit abgerufen werden. Wenn sich beispielsweise die Anforderungen eines bestehenden Kunden ändern, können wir meist schon eine Lösung präsentieren. Unser Labor gilt als einzigartig in der Branche und ist mittlerweile derart etabliert, dass sogar weltbekannte Software-Hersteller ihre Produkte bei uns qualifizieren lassen. Durch die lange Testphase, welche sämtliche WD-Produkte durchlaufen, sind wir zwar nicht die schnellsten am Markt, können aber für die Qualität unserer Produkte bürgen.

SN: Warum ist WD in der Industriesparte im Vergleich zum Consumer-Markt weniger bekannt?

AK: Unsere Produktlinie für die Industrie basiert im Wesentlichen auf den Lösungen der Firma Silicon Systems, die wir 2009 aufgekauft haben. Nach der Übernahme von Silicon Systems haben wir nicht eindeutig kommuniziert, wie es mit der Industriesparte weitergehen soll, was in der Branche allgemein zu Verunsicherung führte. Fakt ist aber, dass wir hinter den Kulissen das gesamte Produktsortiment von Silicon Systems überarbeitet haben. So haben wir etliche Produkte abgekündigt und gleichzeitig die Entwicklung von neuen SATA-Lösungen vorangetrieben. Dazu wurden die Ressourcen in der Entwicklungsabteilung versechsfacht. Wie alle WD-Produkte mussten auch die Neuentwicklungen das gesamte Testprogramm im FIT-Labor durchlaufen, was viel Zeit in Anspruch nahm. Der Aufwand für diese aufwändigen Tests zahlt sich jedoch ein Mal mehr aus – heute bieten wir mit der Silicon Drive Serie ein komplettes Sortiment industrieller Festkörperspeicher in verschiedenen Formfaktoren und für verschiedenen Anforderungen.

SN: Wie hat sich die Marktstellung von WD, bezogen auf industrielle Flash-Lösungen, in den letzten zwei Jahren verändert und wie sehen die Ziele aus?

AK: Mit unserem Produktsortiment decken wir ein breites Spektrum ab. Entsprechend konnten wir das Umsatzvolumen stetig steigern. Für die Zukunft haben wir uns ehrgeizige Ziele gesteckt. Ich bin zuversichtlich, dass wir diese mit Hilfe von unseren langjährigen Vertriebspartnern auch erreichen werden. In Europa legen wir unseren Schwerpunkt bei der Maschinenindustrie in den Regionen DACH und Skandinavien. Grundsätzlich wollen wir mit jedem Kunden, der SSD-Lösungen einsetzt, ins Gespräch kommen.

SN: Wie wichtig ist der Markt industrieller Flash-Speicher für WD?

AK: Der Markt ist für uns sehr wichtig. Aktuell wollen viele Hersteller von Harddisks auf den SSD-Markt drängen. Wir waren 2009 eines der ersten Unternehmen, die den Schritt gewagt haben. Entsprechend verfügen wir heute über die nötigen Patente. Ein weiterer Vorteil für uns ist, dass viele Industriekunden bereits Harddisks von WD einsetzen, was uns den Zugang erleichtert. Wir gehen davon aus, dass im stark zersplitterten und momentan kaum überschaubaren SSD-Markt eine Konsolidierung stattfinden wird. Dabei wollen wir eine Schlüsselrolle einnehmen und unsere Marktposition weiter stärken. 

SN: Warum vertreibt WD seine Produkte in der Schweiz über die Syslogic AG?

AK: Die lokalen Partner sind für unsere Vertriebsstrategie von grosser Bedeutung. In der Schweiz verfügen wir mit Syslogic über einen Partner, der die gleichen Werte wie WD vertritt, was Qualität und Langfristigkeit angeht. Zudem ist das Unternehmen mit seiner Zugehörigkeit zur Syslogic Group bestens im Schweizer Industriemarkt verankert und verfügt über ein fundiertes technisches Know-how. Die positive Partnerschaft besteht bereits seit 2009 und wir sind bestrebt, diese weiter zu vertiefen.